Die Begutachtung Teil 1

Wenn der MDK ins Haus kommt

Wer den ersten Schritt schon getan hat und bei der Pflegekasse einen Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad gestellt hat, der holt schon bald die schriftliche Terminankündigung eines Gutachters (MDK) aus seinem Briefkasten. Bei dieser Begutachtung sollte die Hauptpflegeperson dabei sein, auch wenn sie nicht im Haushalt lebt.

Es wird festgestellt, wie selbstständig der Alltag gestaltet werden kann und wobei Hilfe benötigt wird. (Bei Privatversicherten erfolgt die Begutachtung durch die MEDICPROOF GmbH).

Die Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung auf den Begutachtungstermin lohnt sich auf jeden Fall. Durch die Bereitstellung aller Informationen wird die Zuteilung in den richtigen Pflegegrad erleichtert.

  • Überlegen Sie vorab, was Ihnen im Alltag besondere Schwierigkeiten macht und wobei Sie Unterstützung benötigen und wünschen.
  • Schreiben Sie über 1 bis 2 Tage alles auf, was mit Ihrer Pflege und Betreuung, mit Hilfen im Alltag zu tun hat. (Pflegetagebuch)
  • Falls Sie einen gesetzlichen Betreuer haben, informieren Sie ihn bitte über den Termin.
  • Legen Sie bitte – falls vorhanden – Berichte Ihres Hausarztes, von Fachärzten oder den Entlassungsbericht aus der Klinik bereit. Sollten Sie die Unterlagen nicht vorliegen haben, brauchen Sie diese jedoch nicht extra anfordern.
  • Bitte haben Sie Ihren aktuellen Medikamentenplan zur Hand.
  • Falls wir als Pflegedienst zu Ihnen kommen, legen Sie auch die Pflegedokumentation bereit.

Die meisten älteren Menschen möchten keine Umstände machen. Das führt manchmal dazu, dass der/die Betroffene angibt, manche Dinge noch ganz gut selbst zu können. Aus Scham wird der Eindruck erweckt, dass eigentlich keine Hilfe benötigt wird. Darüber sollten die Beteiligten im Vorfeld sprechen oder sich beraten lassen. Oft führen fehlende Informationen und eine schlechte Vorbereitung auf den Besuch des MDKs zu einer falschen Einstufung.

Muss ich mit der Entscheidung einverstanden sein?

Wenn Sie mit dem Bescheid der Pflegekasse nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb einer Frist von einem Monat nach Erhalt des Bescheides Widerspruch einlegen.

Lassen Sie sich von uns gerne beraten!

Pflegetipp – bei Blasenschwäche

Etwa sechs bis acht Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Blasenschwäche betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Betroffenen. Eine Harninkontinenz ist behandelbar. Ein Urologe klärt die Ursachen ab und bespricht die Behandlungsmöglichkeiten. Diese können medikamentöse, operative oder auch konservative Behandlungsmethoden sein. Zum Beispiel kann auch eine Behandlung von einem Physiotherapeuten Bestandteil der Behandlung sein. Beispiel Beckenbodentraining oder gezieltes Blasenentleerungstraining.

Die zwei häufigsten Formen der Harninkontinenz:

Wenn beim Lachen, Husten, Niesen oder Bücken ungewollt Harn aus der Blase tritt, spricht man von einer Belastungsinkontinenz. Bei schwereren Formen tritt der ungewollte Harnverlust beim Aufstehen, Hinsetzen und Liegen auf. Frauen sind häufiger von dieser Form betroffen.

Wenn plötzlich und stark Harndrang auftritt, obwohl die Blase gering gefüllt ist, spricht man von einer Dranginkontinenz. Häufiges Wasserlassen mit geringer Menge, auch nachts sind ebenfalls Symptome.

Bei der Mischform von Belastung-und Dranginkontinenz hat man unfreiwilligen Harnverlust bei körperlicher Anstrengung, verbunden mit starkem Harndrang.

Wenn Sie an einer Blasenschwäche leiden, sollten sie bei Ihrem Trinkverhalten folgendes beachten:

  • Ausreichend Trinken, mindestens 1,5 Liter pro Tag: Der konzentrierte Harn verstärkt den Harndrang und die natürliche Funktion der Blase, sich zu füllen muss trainiert werden.
  • Ausreichend Trinken beugt Blasenentzündungen vor, die die Blase zusätzlich schädigen würden. Es schützt auch vor Verstopfung, denn starkes Pressen auf dem WC verstärkt die Harninkontinenz.
  • Kaffee, grüner und schwarzer Tee sind harntreibend, also nicht geeignet.
  • Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Deshalb wenig davon oder ganz weglassen.
  • Nur wer tagsüber seinen Wasserhaushalt aufgefüllt hat, kann am Abend mit der Trinkmenge sparsam sein.

Pflegetipp – Flüssigkeitszufuhr im Alter

Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl ab. Wenn sich Durst bemerkbar macht fehlt dem Körper bereits etwa 0,5 % Wasser. Das bedeutet beispielsweise bei einer Person mit 60 kg 300 ml. Das entspricht etwa eineinhalb Trinkgläsern.

Einige haben im fortgeschrittenen Alter eventuell Blaseninkontinenz, Schluckstörungen und Vergesslichkeit, die sich negativ auf die tägliche Flüssigkeitsbilanz auswirken können.

Das sind Gründe sein Trinkverhalten unter die Lupe zu nehmen. Als Richtwert gilt: Mindestens 1,3 Liter, besser 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Getränken zu sich zu nehmen. Hierbei handelt es sich um eine Orientierungsgröße der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Die Ernährung spielt bei der Gesamtflüssigkeitszufuhr ebenfalls eine wichtige Rolle. Wenn Sie täglich Gemüse, Obst, Suppe oder Eintopf essen, wirkt sich dies günstig aus. Allerdings sollte der Richtwert nicht unterschritten werden.

Wenn Sie zu jenen gehören, die sich mit der geforderten Mindestmenge schwer tun, hier einige Tipps die Sie unterstützen können:

Bauen Sie das Trinken fest in Ihren Tagesablauf ein. Schaffen Sie sich „Trinkrituale“, zum Beispiel:

  • morgens ein Glas nach dem Aufstehen
  • zu jeder Mahlzeit ein Glas
  • das Lieblingsgetränk zur Lieblingssendung
  • während den Fernseh-Nachrichten am Abend das Glas Wasser – bei jedem neuen Beitrag einen Schluck nehmen
  • nach dem Spaziergang etwas trinken
  • nach dem Einkauf, bevor Sie den Einkauf aufräumen
  • für die Nacht die Trinkfalsche bereit stellen

Schaffen Sie sich Trinkstationen: verteilen Sie an hochfrequentierten Stellen in ihrer Wohnung Getränke:

  • Küche
  • Esstisch
  • Couchtisch
  • Schlafzimmer

Schaffen Sie sich Abwechslung:

  • wechseln Sie heiß und kalt ab
  • schaffen Sie Farbakzente: bauen Sie Obstsäfte und Gemüsesäfte ein
  • wechseln Sie zwischen Wasser und Schorle ab
  • verfeinern Sie ihren Tee mit Gewürzen, zum Beispiel Kardamom, Zimt, Orangen- oder Zitronenschalen.

Beschränken Sie sich bei ihrem Gläsersortiment auf einige wenige, von denen Sie das Fassungsvermögen kennen, damit Sie sich über ihre Gesamttrinkmenge im Klaren sind.

Pflegetipp – Das Phänomen „Bettlägerigkeit“

Wie entsteht eigentlich eine Bettlägerigkeit?

Pflegebedürftige Menschen und deren pflegende Angehörige sehen diesen Zustand mit Sorge. Trifft es mich und meine Familienangehörigen mal? Wussten Sie, dass es zu dieser Lebenssituation von pflegebedürftigen Menschen bei den Pflegewissenschaften wenig Erkenntnis gib?

2005 hat Dr. Angelika Zegelin dieses Phänomen untersucht. Dazu hat sie 32 Betroffene besucht und mit Ihnen intensive Gespräche geführt, indem die Betroffenen erzählten, wie sie in die Situation gekommen sind. Es zeigte sich, dass die Bettlägerigkeit ein schleichender Prozess ist.

In der Regel ist es so, dass im Alter körperliche Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel Schmerzen, Schwäche oder Schwindel, die dazu führen, die Wohnung seltener zu verlassen. Man ist auf Hilfe oder auf einen Rollator angewiesen. Wenn es jetzt noch zu einem traumatischen Ereignis wie einen Sturz kommt, ist abrupt die Mobilität eingeschränkt. Schlimmstenfalls ist sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig- Dies kostet viel Kraft. Wenn Beschwerden zurückbleiben, vielleicht auch die Angst nochmals zu stürzen, wird dies dafür sorgen, dass Betroffene noch weniger aktiv sind. Die Muskeln bauen ab, das Immunsystem ist geschwächt, das Interesse an früheren Hobbys oder sozialen Kontakte nimmt ab, um nur einige Folgen zu nennen. Die Welt wird kleiner. Die Abhängigkeit von anderen Menschen und Hilfsmitteln nimmt zu. Betroffenen kommen nicht mehr alleine aus dem Bett oder auf die Toilette.

Was kann ich oder meine pflegenden Angehörigen tun, um die Bettlägerigkeit zu vermeiden oder heraus zu zögern?

  1. Rechtzeitig dagegenwirken: Auch wenn Sie sich fit und agil fühlen, bauen Sie in Ihren Alltag Bewegung ein. Nutzen Sie Angebote ihrer Krankenkasse oder Ihres Vereins zur gezielten Gymnastik im Alter. Der Sportkreis Heidenheim bietet mit seiner Broschüre zu allen Angeboten im Kreis Heidenheim einen guten Überblick. Beweglichkeit und Kraft zahlen sich auch im Alter aus.
  2. Wenn Sie zu den Personen gehören, die selten die Wohnung verlassen, weil Sie auf Hilfe oder einen Rollator angewiesen sind, legen Sie Treffen oder Veranstaltungen für sich fest, auf die Sie nicht verzichten möchten. Legen Sie ihre Zeit und Ihren Ideenreichtum rein, um diese Außerhausaktivität zu realisieren. Die Stadt Heidenheim bieten unter dem Motto „Mobil in HDH“ Mitfahrgelegenheiten an. Die Sozialstationen bieten für Ihre Veranstaltungen einen Fahrdienst an.
  3. Aktiv in den eigenen vier Wänden: Ein geregelter Tagesablauf, indem sich Phasen von Aktivität und Erholung abwechseln hilft gegen den inneren Schweinehund. Informieren Sie sich in einem Sanitätshaus über kleine Hilfsmittel im Alltag wie zum Beispiel WC-Sitz-Erhöhungen, Greifzangen und Badelifter. Der Kreisseniorenrat vermittelt Wohnraumberatungen.
  4. Mit anderen im Gespräch bleiben. Mindestens dreimal am Tag mit jemandem gesprochen haben, sollte das Ziel sein. Ergreifen Sie die Initiative. Trauen Sie sich Freunde und Familienmitglieder zu „stören“. Die Nachbarschaftshilfe der Sozialstation vermittelt persönliche Kontakte. Wenn Sie einen Pflegegrad haben, können Sie diese Besuche mit der Pflegekasse abrechnen. Die Herz- und Zeitverschenker im Bürgerhaus in Heidenheim sorgen auch für persönliche Begegnungen. Auch Ihre Kirchengemeinde gibt Ihnen Auskunft.

Pflegetipp – Pflegehilfsmittel

Zahlen Sie Einweghandschuhe, Händedesinfektion, Flächendesinfektion und Bettschutzeinlagen noch selbst?

Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 – 5 haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln. Pflegehilfsmittel dienen dazu, den Alltag von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zu Hause leichter zu gestalten.

Bei Pflegehilfsmitteln unterscheidet man zwischen technischen Pflegehilfsmitteln und zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln.

Zu den technischen Pflegehilfsmitteln zählen beispielsweise Pflegebetten, spezielle Pflegebett-Tische oder Sitzhilfen zur Pflegeerleichterung. Sie werden in der Regel ausgeliehen und nicht gekauft. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten. Der Eigenanteil für Versicherte beträgt zehn Prozent, maximal 25,00 Euro.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind z.B.:

  • saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch
  • Schutzschürzen (Einmalgebrauch oder wiederverwendbar)
  • Einmalhandschuhe
  • Händedesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel
  • Mund-Nasen-Schutz
  • Schutzmasken

Sie können statt der Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch bei Ihrer Pflegekasse auch bis zu drei waschbare Bettschutzeinlagen pro Jahr beantragen.

Auch Schutzmasken gehören zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln und können den Versicherten zur Sicherstellung der Pflege und dem Schutz der Pflegeperson zur Verfügung gestellt werden.

Bei „zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln“ übernimmt die Pflegekasse aktuell die Kosten bis zu 60,00 Euro monatlich. Diese Regelung gilt im Zuge der Corona-Krise vorläufig bis zum 31. Dezember 2021. Ansonsten liegt der monatliche Höchstbetrag bei 40,00 Euro.

Wie kommen Sie kostenlos an diese Pflegehilfsmittel?

  • Sie beantragen die Kostenübernahme bei Ihrer Pflegekasse. Einen Antrag dafür bekommen Sie bei verschiedenen Anbietern (z.B. Apotheken oder Sanitätshäuser). Das ist ein einseitiges Formular, das schnell ausgefüllt ist.
  • Von Ihrer Pflegekasse oder im Internet erhalten Sie Adressen von Dienstleistern, die Ihnen diese Pflegehilfsmittel in einer Pflegebox nach Hause liefern. Mittlerweile übernehmen diese Pflegebox-Anbieter auch die Beantragung bei der Kasse.

Bei anderen Hilfsmitteln, wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse. Denn Rollstühle, Bade- oder Toilettenhilfen oder Sitzhilfen werden nicht von der Pflegeversicherung, sondern von der Krankenkasse übernommen. Dazu zählen auch Inkontinenzprodukte wie Vorlagen, Netzhosen oder Pants. Für diese Hilfsmittel benötigen Sie ein Versorgungsrezept Ihres Hausarztes.

Pflegetipp – Spezielle Hautpflege bei Inkontinenz

Menschen, die aufgrund einer Harn- oder Stuhlinkontinenz auf aufsaugende Inkontinenzprodukte angewiesen sind, brauchen einen besonderen Hautschutz. Ihre Haut ist äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, Wärme, basischen oder sauren Ausscheidungen und Keimen ausgesetzt. Da zumeist ältere Menschen von einer Inkontinenz betroffen sind, ist diese Haut weniger widerstandsfähig. Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen verschärfen das Risiko, dass die Haut Schaden erleidet. Soweit muss es gar nicht kommen, wenn man diese Hautareale richtig reinigt, pflegt und schützt:

Zuerst sollte die Haut von Schweiß, Hautschuppen und Ausscheidungs-Resten gereinigt werden. Hier ist ein schonendes Vorgehen wichtig, um die Haut nicht noch mehr zu reizen:

  • Verwenden Sie Waschsubstanzen, die dem pH-Wert von 5,5 entsprechen, keine Duft- und Parfümstoffe enthalten. Seifen sind mit Vorsicht zu verwenden. Sie irritieren den Säureschutzmantel der Haut.
  • Machen Sie das Wasser nicht zu heiß.
  • Vermeiden Sie starkes reiben und rubbeln. Hier bieten Feuchttücher oder weiche Einwegwaschlappen eine gute und hygienische Alternative zum Waschlappen. Vorsichtig trocken reiben, eventuell tupfen.

Als nächstes sollten der Haut wieder Feuchtigkeit und Fette zugeführt werden. Für diese Hautareale gibt es spezielle Pflegeprodukte, die die Haut schützen, atmen lassen und die Saugfähigkeit der Inkontinenzartikel nicht beeinträchtigen. Solche Cremes haben oft den Namenzusatz „Protect“. Oft bieten die Hersteller von Inkontinenzartikeln auch die passenden Pflegeprodukte im Sortiment mit an.

Pflegetipp – Hautpflege im Winter

Die Haut braucht im Winter besondere Aufmerksamkeit!

Warum?

Kalte Luft im Winter hat eine geringere Luftfeuchtigkeit. Wenn wir die Heizung aufdrehen ist die Luft staubtrocken. Diese trockene Umgebungsluft trocknet unsere Haut aus. Zudem fahren unsere Talgdrüsen bei Kälte die Arbeit runter. Unsere Haut hat einen schlechteren Fettfilm. Dieses Fehlen begünstigt wiederum, dass die Haut noch mehr Feuchtigkeit verliert. Wenn jetzt bei einem Winterspaziergang noch ein scharfer Wind dazu kommt, sinkt der Feuchtigkeitsanteil der Haut weiter.

 

Was tun?

Neben der richtigen Creme gilt erst mal generell:

  • Viel trinken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter. Hier empfehlen sich Früchte- und Kräutertees. Die schmecken und haben keine Kalorien.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft auch unserem größten Organ, der Haut.
  • Benutzten Sie Ihre Hautpflegeartikel täglich.
  • Bewahren Sie den Säureschutzmantel ihrer Haut: Duschen Sie nicht zu oft. Wenn Sie trotzdem täglich duschen möchten, halten Sie die Dusche kurz und stellen Sie das Wasser nicht zu heiß.
  • Baden Sie höchstens zwei Mal in der Woche, etwa eine viertel Stunde lang. Auch hier gilt: stellen Sie die Wassertemperatur nicht sehr heiß ein.

Zur Reinigung der Haut empfiehlt es sich Reinigungsprodukte zu benutzen, die den oben erwähnten Säureschutzmantel der Haut nicht zerstören. Dies erreichen Produkte, die einen leicht sauren pH-Wert von 5,5 auf der Haut erzeugen. Dies ist auf dem Pflegeprodukt gekennzeichnet. Klassische feste Seifen machen das Waschwasser basisch. Sie zerstören den Säureschutzmantel.

Das Angebot zur Pflege der Haut ist riesig. Es ist eine Herausforderung das richtige zu finden. Ziel der Hautpflege soll es sein, Spannungsgefühle, juckende, schuppige und gerötete Haut im Winter zu vermeiden. Das wichtigste ist, Ihre Haut bei der Aufrechterhaltung des Feuchtigkeitsniveau und des Fettfilms zu unterstützen. Hier finden Sie eine grobe Orientierung, da das richtige Produkt auch stark vom Hauttyp, Alter und eventuellen Erkrankungen abhängig ist:

Natürliche Lipide sind aktive Inhaltsstoffe, die Ihre Haut in ihrer Schutzfunktion unterstützen. Sie bilden eine atmungsaktive Barriere gegen Erreger. Natürliche Lipide sind körpereigenen Fetten sehr ähnlich und werden deshalb von der Haut gut akzeptiert. Produkte, die einen sehr hohen Anteil von Mineralöle (Paraffine) oder Zinkoxid enthalten, verstopfen die Hautporen und lassen die Haut nicht mehr atmen, was die Austrocknung noch fördert. Solche Produkte sind nicht zu empfehlen.

Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Urea, Glycerin und Fruchtsäuren sorgen für mehr Feuchtigkeit in der Haut, indem sie aus der Umgebung und aus tieferen Hautschichten Feuchtigkeit anziehen und binden. Das bedeutet im Winter, dass bei trockener Raumluft mehr auf das Körperwasser zurückgegriffen wird.

Vitamin E, Vitamin C, Vitamin B5 (Panthenol) und Vitamin A als Inhaltsstoffe unterstützen die Funktionen der Haut.

Eine Creme oder Lotion ist immer ein Wasser-Öl-Gemisch. Je weniger Lipide/Öle enthalten sind, umso dünner ist das Produkt. Es hat einen erfrischenden Effekt, ist feuchtigkeitsspendend und zieht schnell ein. Es ist für normale bis leicht trockene Haut geeignet.

Mit steigendem Anteil von Lipiden und Ölen gleicht die Creme den Fett- und Feuchtigkeitsbedarf der Haut immer besser aus. Solche Produkte sind für trockene und sehr trockene Haut geeignet. Hier kann der Lipid-Anteil bei 55% liegen. Es lohnt sich im Winter auf solch ein Produkt zu wechseln. Sie lassen sich immer noch gut auf der Haut verteilen, ziehen aber nicht so schnell ein. Eine Möglichkeit ist, die Anwendung mit schlecht einziehenden Lotionen auf den Abend zu verlegen.

 

Tasten Sie sich an das richtige Produkt heran, probieren Sie aus!