Türchen 18

Der kleine Wichtel

Der kleine Wichtel war schon alt, sehr alt und er hatte schon viele Weihnachten erlebt. Früher, als er noch jung war, ist er oft in der Adventszeit in das Dorf gegangen und überraschte die Menschen mit kleinen Geschenken. Er war lange nicht mehr im Dorf gewesen. Aber in diesem Jahr wollte der kleine Wichtel wieder einmal die Menschen besuchen. So machte er sich schließlich auf den Weg, setzte sich vor das große Kaufhaus der nahegelegenen Stadt und beobachtete still und leise das rege Treiben der vorbeieilenden Menschen. Die Menschen suchten Geschenke für ihre Familien und Freunde. Die meisten Menschen kamen gerade von der Arbeit und hetzten eilig durch die Straßen.

Die Gedanken des kleinen Wichtels wanderten zurück zu jener Zeit, wo es noch keine elektrischen Weihnachtsbeleuchtungen gab und er überlegte, ob die Menschen damals auch schon mit vollen Tüten durch die Straßen geeilt sind?

Nun, die Zeiten ändern sich, dachte der kleine Wichtel und schlich unbemerkt aus der überfüllten Stadt hinaus, zu dem alten Dorf, wo er früher immer gerne gewesen ist. Er hatte genug von hetzenden Menschen, die scheinbar keine Zeit hatten. Ist die Adventszeit nicht eine ruhige und besinnliche Zeit?

So kam er an das alte Haus in dem schon viele Menschen gewohnt hatten. Früher war dieses Haus sein Lieblingshaus gewesen. Früher, als es noch kein elektrisches Licht gab und die Menschen ihr Haus mit Kerzen erleuchteten. Er erinnerte sich, dass sie auch keine Heizung hatten und die Menschen Holz ins Haus schafften, um es warmzuhalten. Er sah damals während der Adventszeit immer wieder durch das Fenster und beobachtete jedes Jahr dasselbe. An manchen Abenden sah er die Mutter und Großmutter Plätzchen backen. Der Duft strömte durch das ganze Haus und drang sogar zu ihm nach draußen.

Der Vater und der Großvater machten sich auf, um im Wald einen Weihnachtsbaum zu schlagen und ihn mühevoll nach Hause zu bringen. Es war kalt und sie freuten sich beim Heimkommen auf den warmen Tee, den die Mutter gekocht hatte. Oftmals saßen die Menschen zusammen, um gemeinsam zu singen und der Großvater erzählte den Kindern spannende Geschichten. Die Kinder konnten es kaum erwarten, bis die Großmutter auf den Speicher stieg, um die Weihnachtskiste zu holen, denn das tat sie immer erst kurz vor Weihnachten. In dieser Kiste gab es viel zu entdecken. Sterne aus Stroh, Kerzen, Engel mit goldenem Haar und viele andere kostbare Dinge.

Aber das war schon lange her und es war eine andere Zeit. Eine Zeit des gemeinsamen Tuns, eine Zeit miteinander, eine Zeit füreinander. Von seinen Gedanken noch ganz benebelt, sah der kleine Wichtel auch heute durch das Fenster des alten Hauses und entdeckte die Familie, wie sie gemeinsam um den Adventskranz saß und der Vater den Kindern eine Geschichte vorlas. Nanu, dachte der kleine Wichtel, eine Familie, die nicht durch die Straßen hetzt. Menschen die Zeit miteinander verbringen und die ihr Haus mit Kerzen erleuchten. Ja, heute ist eine andere Zeit, aber auch heute finden Menschen wieder füreinander Zeit. Dem kleinen Wichtel wurde es ganz warm ums Herz und er schlich leise und unbemerkt dorthin, woher er gekommen war.

Türchen 17

Weihnachtsgebäck

Weinbeer, Mandeln, Sultaninen,
süße Feigen und Rosinen,
welsche Nüsse – fein geschnitten,
Zitronat auch – muss ich bitten! –

Birnenschnitze doch zumeist
und dazu den Kirschengeist;
wohl geknetet mit der Hand
alles tüchtig durcheinander
und darüber Teig gewoben –
wirklich, das muss ich mir loben!

Solch ein Brot kann’s nur im Leben
jedes Mal zur Weihnacht geben!
Eier, Zucker und viel Butter
schaumig rührt die liebe Mutter;
kommt am Schluss das Mehl daran,
fangen wir zu helfen an.

In den Teig so glatt und fein
stechen unsre Formen ein:
Herzen, Vögel, Kleeblatt, Kreise –
braune Plätzchen, gelbe, weiße
sieht man bald – welch ein Vergnügen –
auf dem Blech im Ofen liegen.
Knusprig kommen sie heraus,
duften durch das ganze Haus.

Solchen Duft kann’s nur im Leben
jedes Mal zur Weihnacht geben!

von Isabella Braun

Türchen 15

Dazugelernt

Zu Mark Twain kam ein Siebzehnjähriger und beklagte sich: „Ich verstehe mich mit meinem Vater nicht mehr. Jeden Tag Streit. Er ist so rückständig, hat keinen Sinn für moderne Ideen. Was soll ich machen? Ich laufe aus dem Haus.“

Mark Twain antwortete: „Junger Freund, ich kann dich gut verstehen. Als ich siebzehn Jahre alt war, war mein Vater genauso ungebildet. Es war kein Aushalten. Aber habe Geduld mit so alten Leuten. Sie entwickeln sich langsamer. Nach zehn Jahren, als ich 27 war, hatte er soviel dazu gelernt, dass man sich schon ganz vernünftig mit ihm unterhalten konnte. Und was soll ich dir sagen? Heute, wo ich 37 bin – ob du es glaubst oder nicht – wenn ich keinen Rat weiß, dann frage ich meinen alten Vater. So können die Dinge sich ändern.

Türchen 14

Engelchenlikör

Zutaten (für ca. 1l):

  • 150 g weiße Schokolade
  • 50 g Zucker
  • 4 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 500 ml Sahne
  • 300 ml Amaretto

Zubereitung:

  1. Die weiße Schokolade grob hacken und im Wasserbad schmelzen. Währenddessen die Hälfte der Sahne mit dem Zucker erhitzen. Die flüssige weiße Schokolade und das Ei unterrühren.
  2. Alles unter Rühren erhitzen, bis sich die Zutaten gut verbunden haben. Den Amaretto und die restliche Sahne hinzugeben und unterrühren. Die Masse 5-10 Minuten ziehen lassen.
  3. Den Engelchenlikör in saubere, heiß ausgespülte Flaschen füllen und sorgfältig verschließen.
  4. Haltbarkeit: Gut verschlossen hält sich der Engelchenlikör im Kühlschrank etwa 2-4 Wochen.

Türchen 13

Medikamentenmanagement Teil 2:

Bewahren Sie Ihre Medikamente richtig auf:

  • Medikamente sollten nie der direkten Sonneneinstrahlung oder großer Hitze ausgesetzt sein.
  • Bewahren Sie Ihre Medikamente nicht im Badezimmer auf.
  • Belassen Sie Ihre Medikamente in der Originalverpackung.
  • Richten Sie Ihre Medikamente für eine Woche in einen Wochendispenser. So sehen Sie, ob Sie eine Dosis schon eingenommen haben.
  • Müssen Medikamente bei Temperaturen zwischen 2°C und 8°C gelagert werden, gehören sie in den Kühlschrank. War die Umgebungstemperatur über einen längeren Zeitraum zu hoch oder zu niedrig, ist das Arzneimittel zu entsorgen und durch ein neues zu ersetzen.

Türchen 12

Der Weihnachtsbaum

Es ist eine Kälte, dass Gott erbarm!
Klagte die alte Linde,
Bog sich knarrend im Winde
Und klopfte leise mit knorrigem Arm
Im Flockentreiben
An die Fensterscheiben.
Es ist eine Kälte! Dass Gott erbarm!
Drinnen im Zimmer war’s warm.
Da tanzte der Feuerschein so nett
Auf dem weißen Kachelofen Ballett.

Zwei Bratäpfel in der Röhre belauschten,
Wie die glühenden Kohlen
Behaglich verstohlen
Kobold- und Geistergeschichten tauschten.
Dicht am Fenster im kleinen Raum
Da stand, behangen mit süßem Konfekt,
Vergoldeten Nüssen und mit Lichtern besteckt,
Der Weihnachtsbaum.

Und sie brannten alle, die vielen Lichter,
Aber noch heller strahlten am Tisch
(Es lässt sich wohl denken
Bei den vielen Geschenken)
Drei blühende, glühende Kindergesichter. –
Das war ein Geflimmer
Im Kerzenschimmer!

Es lag ein so lieblicher Duft in der Luft
Nach Nadelwald, Äpfeln und heißem Wachs.
Tatti, der dicke Dachs,
Schlief auf dem Sofa und stöhnte behaglich.

Er träumte lebhaft, wovon, war fraglich,
Aber ganz sicher war es indessen,
Er hatte sich schon (die Uhr war erst zehn)
Doch man musste ‘s gestehn,
Es war ja zu sehn,
Er hatte sich furchtbar überfressen. –

Im Schaukelstuhl lehnte der Herzenspapa
Auf dem nagelneuen Kissen und sah
Über ein Buch hinweg auf die liebe Mama,
Auf die Kinderfreude und auf den Baum.

Schade, nur schade,
Er bemerkte es kaum,
Wie schnurgerade
Die Bleisoldaten auf dem Baukasten standen
Und wie schnell die Pfefferkuchen verschwanden.

– Und die liebste Mama? – Sie saß am Klavier.
Es war so schön, was sie spielte und sang,
ein Weihnachtslied, das zu Herzen drang.
Lautlos horchten die andern Vier.

Der Kuckuck trat vor aus der Schwarzwälderuhr,
Als ob auch ihm die Weise gefiel. – –
Leise, ergreifend verhallte das Spiel.

Das Eis an den Fensterscheiben taute
Und der Tannenbaum schaute
Durchs Fenster die Linde
Da draußen, kahl und beschneit
Mit ihrer geborstenen Rinde.

Da dachte er an verflossene Zeit
Und an eine andere Linde,
Die am Waldesrand einst neben ihm stand,
Sie hatten in guten und schlechten Tagen
Einander immer so lieb gehabt.

Dann wurde die Tanne abgeschlagen,
Zusammengebunden und fortgetragen.
Die Linde, die Freundin, die ließ man stehn.

Auf Wiedersehn! Auf Wiedersehn!
So hatte sie damals gewinkt noch zuletzt. –
Ja, daran dachte der Weihnachtsbaum jetzt,
Und keiner sah es, wie traurig dann
Ein Tröpfchen Harz, eine stille Träne,
Aus seinem Stamme zu Boden rann.

von Joachim Ringelnatz

Türchen 11

Sabbat

Ein Rabbi spielt für sein Leben gern Golf. Leider regnet es schon seit Wochen ununterbrochen, so dass an Golf nicht zu denken ist. Doch dann, am Sabbatmorgen, kommt die Sonne hervor, kein Wölkchen ist mehr zu sehen. Aber am Sabbat ist jede sportliche Betätigung verboten. Die Lage ist verzwickt, der Rabbi zögert, geht in sich, schaut aus dem Fenster: Der Rasen glänzt, kein Wind…Perfektes Golf-Wetter. Fünf Minuten später steht er auf dem Golfplatz und zielt auf das Loch. Im Himmel derweil läuft der Prophet Elia zu Gott: „Siehst du das?? Das darf er doch nicht! Du musst ihn bestrafen!“ „Keine Sorge, er wird in dieser Minute seine Strafe erhalten.“ Der Rabbi nimmt Schwung und…eingelocht! Mit einem einzigen Schlag! Der Prophet ist entsetzt: „Herr, hast du das gesehen! Was ist mit der Bestrafung?“ „Wem soll er das jetzt erzählen?“

Türchen 10

Spekulatius-Kugeln

Zutaten:

  • 150 g Gewürzspekulatius
  • 40 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Zimt
  • 200 g weiße Kuvertüre
  • 50 g Sahne

Zubereitung für 30-35 Kugeln:

  1. Die Gewürzspekulatius in einen Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelholz möglichst klein zerkrümeln und -rollen. So lange, bis es feiner Spekulatius-Staub ist.
  2. Von den Spekulatiuskrümeln 100 g wegnehmen und in einer Schüssel mit den gemahlenen Mandeln und dem Zimt mischen. (Die restlichen 50 g braucht man am Ende für das Wenden der Kugeln).
  3. Die weiße Kuvertüre grob hacken. Gemeinsam mit der Sahne vorsichtig schmelzen (geht auch in der Mikrowelle).
  4. Den Spekulatius-Mandel-Zimt-Mix dazugeben und alles miteinander verrühren, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist.
  5. Die Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und für 2-3 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
  6. Mit einem Teelöffel ca. 30 Portionen von der Masse abstechen (ist ein bisschen Kraftaufwand) und zwischen den Handflächen zu Kugeln rollen.
  7. Die Kugeln in den restlichen Spekulatiuskrümeln wälzen.
  8. Haltbarkeit: Die Spekulatius-Kugeln können bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Türchen 9

Gib mir deine Hand

Gib mir deine Hand,

ich werde sie halten,

wenn du Angst hast.

 

Gib mir deine Hand,

ich werde sie halten,

wenn Du einsam bist.

 

Gib mir deine Hand,

ich werde sie wärmen

wenn dir kalt ist.

 

Gib mir deine Hand,

ich werde sie streicheln

wenn du traurig bist.

 

Gib mir deine Hand,

und ich werde sie wieder loslassen,

wenn du frei sein willst!