Pflegetipp – Das Phänomen „Bettlägerigkeit“

Wie entsteht eigentlich eine Bettlägerigkeit?

Pflegebedürftige Menschen und deren pflegende Angehörige sehen diesen Zustand mit Sorge. Trifft es mich und meine Familienangehörigen mal? Wussten Sie, dass es zu dieser Lebenssituation von pflegebedürftigen Menschen bei den Pflegewissenschaften wenig Erkenntnis gib?

2005 hat Dr. Angelika Zegelin dieses Phänomen untersucht. Dazu hat sie 32 Betroffene besucht und mit Ihnen intensive Gespräche geführt, indem die Betroffenen erzählten, wie sie in die Situation gekommen sind. Es zeigte sich, dass die Bettlägerigkeit ein schleichender Prozess ist.

In der Regel ist es so, dass im Alter körperliche Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel Schmerzen, Schwäche oder Schwindel, die dazu führen, die Wohnung seltener zu verlassen. Man ist auf Hilfe oder auf einen Rollator angewiesen. Wenn es jetzt noch zu einem traumatischen Ereignis wie einen Sturz kommt, ist abrupt die Mobilität eingeschränkt. Schlimmstenfalls ist sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig- Dies kostet viel Kraft. Wenn Beschwerden zurückbleiben, vielleicht auch die Angst nochmals zu stürzen, wird dies dafür sorgen, dass Betroffene noch weniger aktiv sind. Die Muskeln bauen ab, das Immunsystem ist geschwächt, das Interesse an früheren Hobbys oder sozialen Kontakte nimmt ab, um nur einige Folgen zu nennen. Die Welt wird kleiner. Die Abhängigkeit von anderen Menschen und Hilfsmitteln nimmt zu. Betroffenen kommen nicht mehr alleine aus dem Bett oder auf die Toilette.

Was kann ich oder meine pflegenden Angehörigen tun, um die Bettlägerigkeit zu vermeiden oder heraus zu zögern?

  1. Rechtzeitig dagegenwirken: Auch wenn Sie sich fit und agil fühlen, bauen Sie in Ihren Alltag Bewegung ein. Nutzen Sie Angebote ihrer Krankenkasse oder Ihres Vereins zur gezielten Gymnastik im Alter. Der Sportkreis Heidenheim bietet mit seiner Broschüre zu allen Angeboten im Kreis Heidenheim einen guten Überblick. Beweglichkeit und Kraft zahlen sich auch im Alter aus.
  2. Wenn Sie zu den Personen gehören, die selten die Wohnung verlassen, weil Sie auf Hilfe oder einen Rollator angewiesen sind, legen Sie Treffen oder Veranstaltungen für sich fest, auf die Sie nicht verzichten möchten. Legen Sie ihre Zeit und Ihren Ideenreichtum rein, um diese Außerhausaktivität zu realisieren. Die Stadt Heidenheim bieten unter dem Motto „Mobil in HDH“ Mitfahrgelegenheiten an. Die Sozialstationen bieten für Ihre Veranstaltungen einen Fahrdienst an.
  3. Aktiv in den eigenen vier Wänden: Ein geregelter Tagesablauf, indem sich Phasen von Aktivität und Erholung abwechseln hilft gegen den inneren Schweinehund. Informieren Sie sich in einem Sanitätshaus über kleine Hilfsmittel im Alltag wie zum Beispiel WC-Sitz-Erhöhungen, Greifzangen und Badelifter. Der Kreisseniorenrat vermittelt Wohnraumberatungen.
  4. Mit anderen im Gespräch bleiben. Mindestens dreimal am Tag mit jemandem gesprochen haben, sollte das Ziel sein. Ergreifen Sie die Initiative. Trauen Sie sich Freunde und Familienmitglieder zu „stören“. Die Nachbarschaftshilfe der Sozialstation vermittelt persönliche Kontakte. Wenn Sie einen Pflegegrad haben, können Sie diese Besuche mit der Pflegekasse abrechnen. Die Herz- und Zeitverschenker im Bürgerhaus in Heidenheim sorgen auch für persönliche Begegnungen. Auch Ihre Kirchengemeinde gibt Ihnen Auskunft.

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